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Konrad Koch - der vergessene Vater des deutschen Fußballs

Franz Beckenbauer, der letzte deutsche Kaiser, wurde dieser Tage mit dem Sport-Oscar, dem Laureus-Sports-Award, ausgezeichnet. Der Vater des deutschen Sommermärchens wird überhaupt überhäuft mit Preisen und Auszeichnungen. Zu recht möchte man sagen, denn soviel Spaß hat Fußball in Deutschland vielleicht noch nie gemacht, wie im WM-Sommer 2006. Doch der eigentliche Vater des deutschen Fußballs kommt nicht etwa aus München und entstammte auch nicht der alt-Herren Riege des DFB. Konrad Koch war Gymnasialprofessor im niedersächsichen Braunschweig - und kaum einer kennt diesen Pionier der Leibesübungen heute noch. Nur eine kleine Ehrentafel am braunschweiger Gymnasium Martino-Katharineum erinnert heute noch an den deutschen Begründer der schönsten Nebensache der Welt. Im Herbst 1874 war das. Auf dem "Kleinen Exerzierplatz" in Braunschweig warf Koch einen eigens aus England herbei geschafften Fußball unter die Jungen und beobachtete, was passierte. Dies kann als die Geburtsstunde des Fußballs in Deutschland gelten und Koch somit als Vater des deutschen Fußballs. Er beließ es aber nicht bei dieser ersten Geburtshilfe. Bereits ein Jahr nach diesem geschichtsträchtigen ersten Spiel, welches leider doch recht in Vergessenheit geraten ist, verfasste Koch die ersten deutschen Fußballregeln. Dem Lehrer ging es dabei nicht nur um das eigentliche Spielen. Koch war vor allem die erzieherische Seite wichtig. Seine Fußballregeln enthalten daher auch einen Gesundheitsteil, der die Spieler vor Verletzungen, aber auch vor Krankheiten in Folge des Spielens im Freien schützen sollte. So findet sich in diesen Vorschriften unter d. bespielsweise Folgendes: "Es wird bei der Einrichtung des Spielplatzes dafür Sorge getragen, dass kein Spieler gegen den Ostwind anzulaufen hat." Auch einen Kaiser hatte das Spiel damals schon. Zwar keinen Kaiser Franz, dafür aber einen Spielkaiser, der die Funktionen des Mannschaftskapitäns und Schiedrichters in einem übernehmen sollte. Streitigkeiten sollten zwischen den beiden Spielkaisern ausgehandelt werden. Doch wehte dem Fußball an sich einer eher strenger Wind entgegen. Vor allem die Turner, die in dieser Zeit ein quasi-Monopol auf Körperertüchtigung und Leibeserziehung zu haben glaubten, lehnten den englischen Sport ab. Sie verspotten ihn als Fußlümmelei, Stauchballspiel und englische Krankheit. Die Haltung beim Spielen ähnele der Haltung von Affen - einem auf korrekte Haltung bedachten Turner völlig unwürdig. Auch die englischen Ausdrücke waren den stramm nationalen Trunern ein Dorn im Auge. Doch auch hier bemühte sich Koch um Abhilfe. Koch brachte dem Fußball einfach deutsch bei. So gehen Ausdrücke, wie Abseits und Abstoß auf den Philologen zurück. Koch machte sich auch als erster Fußballhistoriker verdient. So schrieb er 1894 "Die Geschichte des Fußballs in Antike und Moderne". Auch das in der Absicht aus der "englischen Krankheit" ein Spiel mit weit zurück reichender Tradition zu machen, dass auch durchaus im deutschen Mittelalter verwurzelt war. Doch unvergessen scheint Konrad Koch nur wenigen. Der Lokalhistoriker Kurt Hoffmeister hat dem Fußballpionier mit seinem Buch "Fußball. Der Siegeszug begann in Braunschweig" ein kleines Denkmal gesetzt. Doch die im Titel erwähnte Stadt, die sich wohl rühmen könnte die Wiege des Fußballs in Deutschland zu sein, ehrt seinen ersten Fußballhelden nicht mit gleicher Inbrunst und hat nichtmal ein kleines Denkmal aufgestellt.
4.4.07 16:10
 


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