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Fußball ist zu hart für Schwuchteln?

Wenn es um Homosexualität und Sport geht, dann bewegen wir uns meist in Klischees. Da sind auf der einen Seite die Fußball spielenden Kampflesben und auf der anderen die schwulen Kerle, die am liebsten Schwimmen im Fernsehen anschauen, weil es da so geile Körper zu sehen gibt. Was davon stimmt und was nicht: eine Bestandsaufnahme von Josefine Paul. Wie bei vielen Gerüchten und Klischees, ist natürlich auch an diesen typischen Vorurteilen ein Fünkchen Wahrheit dran. Aber eben auch nicht mehr! Offiziell will noch niemand was von einem Schwulen in den Umkleidekabinen deutscher Fußballvereine gehört haben. Schwer zu glauben, wenn wir mal annehmen, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung homosexuell sind. Zehn Prozent sind homosexuell - ein schwules Bundesligateam müsste es also mindestens geben. Aber für ein Outing eines Fußballprofis scheint die Zeit noch nicht reif zu sein. Ein ganz klein wenig anders ist es da im Frauenfußball. Natürlich spielen nicht nur Kampflesben mit rasierten Schädeln und behaarten Beinen Fußball, aber dass es lesbische Frauen in allen Ligen gibt, ist mehr als ein offenes Geheimnis. Das sich aber auch noch keine bekannte Fußballerin zu ihren Neigungen bekannt hat, liegt vermutlich an der alten Männerriege, die sich Deutscher Fußball Bund nennt. Der DFB ignoriert seit Jahren nicht nur die offen schwulenfeindlichen Gesänge in den Stadien, er tut auch nichts, um es jungen Homosexuellen (vor allem jungen Männern) zu erleichtern, sich frei in ihrem Sport zu bewegen und offen zu ihrem Lebensentwurf zu stehen. Während also Homosexualität für viele Sportverbände kein Thema zu sein scheint, hat sich im Schatten des traditionellen Sports eine eigene homosexuelle Sportszene herausgebildet. In vielen deutschen Großstädten gibt es eigene Sportvereine mit so wohlklingenden Namen, wie Warminia Anstoß Bielefeld, SSV Vorspiel Berlin oder der ebenfalls aus Berlin stammende Verein Seitenwechsel. Es gibt sogar eine Art Olympische Spiele. Die heißen Gay Games und werden 2010 in Köln ausgetragen werden. Auch sie werden alle vier Jahre ausgetragen. 2006 fanden sie in Chicago statt. In diesem Jahr feiert die Federation of Gay Games bereits ihren 25. Geburtstag. Sportfeste, bei denen es nicht nur um den Sport allein, sondern vor allem auch um die Anerkennung der AthletInnen geht, gibt es aber auch in kleineren Ausmaßen. Fußballturniere finden in verschiedenen deutschen Städten statt und räumen mit dem Vorurteil auf, dass Schwule zu weich für den "Männersport" wären.
21.8.07 15:10


Will denn keiner Meister werden?

 

 

Noch drei Spieltage sind zu absolvieren. Dreimal sind noch wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen zu ergattern. Trotzdem wird man den Eindruck nicht los, als wolle in dieser Saison gar keine Mannschaft Meister werden.

 

Bayern, ansonst immer erster Nutznießer, wenn es bei anderen Teams im Meisterschaftsendspurt klemmt, trudelt immer weiter ins Mittelmaß der Liga. Werder Bremen ist nicht im Stande aus den Patzern an der Tabellenspitze Kapital zu schlagen. Und eben diese Spitze in Form von Schalke 04 stolpert (vielleicht nicht nur temporär) über den abstiegsbedrohten Reviernachbarn aus Bochum. Das sieht alles nicht sehr meisterlich aus.

 

Heimlich, still und leise könnte sich damit der VfB Stuttgart in Position bringen. Als einziges Team konnten die Schwaben am vergangenen Spieltag punkten und sich damit auf Tabellenplatz zwei vorschieben, nur einen Punkt hinter Schalke.

Für den VfB spricht, dass die Stuttgarter das vermeintliche leichtere Restprogramm haben. Mainz befindet sich nach einem erstaunlichen Zwischenhoch wieder im freien Fall Richtung zweite Liga, Bochum war zwar für Schalke ein Stolperstein, sollte aber für eine Spitzenmannschaft kein Problem darstellen dürfen und Energie Cottbus ist vermutlich nur noch in Feierlaune nach dem vorzeitigen Klassenerhalt.

Schalke hingegen bekommt es am 32. Spieltag mit der Überraschungsmannschaft der Saison zu tun, dem 1. FC Nürnberg. Die Nürnberger liegen punktgleich mit Leverkusen auf dem 5. Platz und können sich aus eigener Kraft noch ein Ticket für den Uefa-Cup sichern.

Der Traum aller Schalker hätte sich am 33. Spieltag erfüllen können. Dann spielt der Fc Schalke nämlich beim Erzrivalen aus Dortmund. Was hätte es schöneres geben können, als die Meisterschaft im früheren Westfalenstadion klar zu machen. Aber danach sieht es eher nicht aus. Vermutlich wird die Entscheidung bis zum letzten Spieltag vertagt, an dem Schalke gegen Bielefeld antreten muss. Die Arminen sind zwar noch immer vom Abstieg bedroht, haben aber offensichtlich keine Angst vor großen Namen, denn in dieser Saison stehen schon Siege gegen den FC Bayern und Werder zu Buche, allerdings zu Hause.

 

Bremen bekommt es mit den Kellerkindern zu tun. Erst geht es gegen Hertha, die sich erst jetzt gerettet wähnen dürfen, dann kommt die Eintracht aus Frankfurt und zum Schluss geht es nach Wolfsburg. Die Wölfe stehen schon wieder so schlecht dar, wie in der letzten Saison, so dass es vielleicht wieder drauf ankommt am letzten Spieltag.

So könnte es passieren, dass es am Ende wieder die Schwaben sind, die als lachender Dritter die Schale in die Höhe stemmen dürfen. Schon beim Gewinn der letzten Meisterschaft war Stuttgart eher Außenseiter. Damals profitierten sie von den Patzern der Konkurrenz aus Frankfurt und Dortmund und sicherten sich am letzten Spieltag die Schale. Wer weiß, diesmal ist Stuttgart schon jetzt ganz dicht dran am großen Coup – und wenn die anderen nicht wollen, wer weiß…  

2.5.07 14:44


Alles beim Alten

Von wegen "der Pokal hat seine eigenen Gesetze". Diese Hoffnung hielt beim Aufeinandertreffen der beiden Ruhrpottclubs aus Essen und Duisburg nur bis in die Verlängerung. Dann war die Kraft der Frauen von der SG Essen-Schönebeck aufgebraucht und Duisburg konnte sich schlussendlich doch standesgemäß mit 5:1 durchsetzen, auch wenn dieses Ergebnis in seiner Höhe doch etwas zu deutlich ausfiel.

Gewonnen hatte bei diesem Spiel aber vor allem der Frauenfußball. Nicht nur, dass mit diesem Duell vielleicht ein neuer Ruhrpottklassiker geboren wurde. Nein, erstmal konnte ein Halbfinale im DFB-Pokal life im Fernsehn verfolgt werden. Der WDR zeigte die komplette Partie, die auch mit einer würdigen Kulisse aufwarten konnte. 3750 Zuschauer und Zuschauerinnen hatten sich im Essener Stadion "Am Hallo" eingefunden, unter ihnen DFB-Boss Zwanziger, sowie Bundestrainierin Sylvia Neid und sogar Trainerlegende Otto Rehagel hatte es sich auf der tribüne bequem gemacht. Sie alle bekamen eine spannende Partie zu sehen, in der sich der Außenseiter aus Essen sehr achtbar schlug und das zwischenzeitliche 1:0 nochmal umdrehen konnte. Doch am Ende reichte die Kraft wohl doch nicht für ein Pokalwunder und die routinierteren Frauen aus Duisburg dürfen nun zu einem weiteren Schlagerspiel nach Berlin reisen. Denn nun wartet der FFC Frankfurt - und eigentlich muss nun Duisburg auf die eigenen Gesetze des Pokals hoffen, um die Truppe um Prinz und Lingor in ihrem "Wohnzimmer" zu schlagen...

10.4.07 17:50


Konrad Koch - der vergessene Vater des deutschen Fußballs

Franz Beckenbauer, der letzte deutsche Kaiser, wurde dieser Tage mit dem Sport-Oscar, dem Laureus-Sports-Award, ausgezeichnet. Der Vater des deutschen Sommermärchens wird überhaupt überhäuft mit Preisen und Auszeichnungen. Zu recht möchte man sagen, denn soviel Spaß hat Fußball in Deutschland vielleicht noch nie gemacht, wie im WM-Sommer 2006. Doch der eigentliche Vater des deutschen Fußballs kommt nicht etwa aus München und entstammte auch nicht der alt-Herren Riege des DFB. Konrad Koch war Gymnasialprofessor im niedersächsichen Braunschweig - und kaum einer kennt diesen Pionier der Leibesübungen heute noch. Nur eine kleine Ehrentafel am braunschweiger Gymnasium Martino-Katharineum erinnert heute noch an den deutschen Begründer der schönsten Nebensache der Welt. Im Herbst 1874 war das. Auf dem "Kleinen Exerzierplatz" in Braunschweig warf Koch einen eigens aus England herbei geschafften Fußball unter die Jungen und beobachtete, was passierte. Dies kann als die Geburtsstunde des Fußballs in Deutschland gelten und Koch somit als Vater des deutschen Fußballs. Er beließ es aber nicht bei dieser ersten Geburtshilfe. Bereits ein Jahr nach diesem geschichtsträchtigen ersten Spiel, welches leider doch recht in Vergessenheit geraten ist, verfasste Koch die ersten deutschen Fußballregeln. Dem Lehrer ging es dabei nicht nur um das eigentliche Spielen. Koch war vor allem die erzieherische Seite wichtig. Seine Fußballregeln enthalten daher auch einen Gesundheitsteil, der die Spieler vor Verletzungen, aber auch vor Krankheiten in Folge des Spielens im Freien schützen sollte. So findet sich in diesen Vorschriften unter d. bespielsweise Folgendes: "Es wird bei der Einrichtung des Spielplatzes dafür Sorge getragen, dass kein Spieler gegen den Ostwind anzulaufen hat." Auch einen Kaiser hatte das Spiel damals schon. Zwar keinen Kaiser Franz, dafür aber einen Spielkaiser, der die Funktionen des Mannschaftskapitäns und Schiedrichters in einem übernehmen sollte. Streitigkeiten sollten zwischen den beiden Spielkaisern ausgehandelt werden. Doch wehte dem Fußball an sich einer eher strenger Wind entgegen. Vor allem die Turner, die in dieser Zeit ein quasi-Monopol auf Körperertüchtigung und Leibeserziehung zu haben glaubten, lehnten den englischen Sport ab. Sie verspotten ihn als Fußlümmelei, Stauchballspiel und englische Krankheit. Die Haltung beim Spielen ähnele der Haltung von Affen - einem auf korrekte Haltung bedachten Turner völlig unwürdig. Auch die englischen Ausdrücke waren den stramm nationalen Trunern ein Dorn im Auge. Doch auch hier bemühte sich Koch um Abhilfe. Koch brachte dem Fußball einfach deutsch bei. So gehen Ausdrücke, wie Abseits und Abstoß auf den Philologen zurück. Koch machte sich auch als erster Fußballhistoriker verdient. So schrieb er 1894 "Die Geschichte des Fußballs in Antike und Moderne". Auch das in der Absicht aus der "englischen Krankheit" ein Spiel mit weit zurück reichender Tradition zu machen, dass auch durchaus im deutschen Mittelalter verwurzelt war. Doch unvergessen scheint Konrad Koch nur wenigen. Der Lokalhistoriker Kurt Hoffmeister hat dem Fußballpionier mit seinem Buch "Fußball. Der Siegeszug begann in Braunschweig" ein kleines Denkmal gesetzt. Doch die im Titel erwähnte Stadt, die sich wohl rühmen könnte die Wiege des Fußballs in Deutschland zu sein, ehrt seinen ersten Fußballhelden nicht mit gleicher Inbrunst und hat nichtmal ein kleines Denkmal aufgestellt.
4.4.07 16:10


Lokalsport

Einmal wie die Großen fühlen! Pokalabend in Gremmendorf.

 Am Ende eines packenden Pokalfights stand es 3:2 für die Gäste vom TuS Saxonia, doch musste sich der Tabellenzweite der Bezirksliga diesen Sieg und den damit verbundenen Einzug ins Pokalfinale hart erkämpfen.

Nach gespielten zwei Minuten in der zweiten Halbzeit war es den Münsteranerinnen gelungen das 2:0 zu markieren. Doch wer dachte, dieser Vorsprung sei ein sanftes Ruhekisse, der sah sich getäuscht. Die Frauen aus Gremmendorf steckten nicht auf und hielten das Spiel bis zum Schluss offen. Sechs Minuten vor dem Ende gelang ihnen gar der Treffer zum 2:2 Ausgleich. Für die Saxoninnen weckte der Ausgleich Erinnerungen an die Hinspielbegegnung der beiden Teams in der Liga. Dort hatte Saxonia bereits mit 3:1 auf des Gegeners Platz geführt, um sich am Ende mit 3:4 geschlagen geben zu müssen. Doch an diesem Abend stand der Fußballgott auf Seiten der rot-weißen Saxoninnen. Zwei Minuten vor dem Ende gelang ihnen der entscheidende Treffer zum 3:2. Begünstigt wurde der Treffer sicherlich durch den Ausfall der gremmendorfer Torhüterin, die daraufhin eine Feldspielerin ins Tor stellen mussten. Trotzdem gingen die Frauen aus Münster am Ende verdient als Siegerinnen vom Platz, hatten sie sich doch im Laufe des Spiels eine Vielzahl von Großchancen erarbeitet, die sie allerdings viel zu häufig ungenutzt ließen. Diesmal aber wurden sie nicht dafür bestraft und konnten sich über den Einzug ins Pokalfinale freuen. Nach dem Spiel konnte man die Siegerinnen "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!" singen hören. Einmal fühlen wie die Großen...   

4.4.07 10:11





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